Kroatiens Wirtschaft hat Wachstumspotenzial
Kroatien ist derzeit ein interessanter Standort für deutsche Investoren. Das wurde deutlich beim Wirtschaftstag Kroatien, den die in der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen mit der Kroatischen Wirtschaftsvereinigung Deutschland (KWVD) in Mainz veranstaltete.
Der Präsident der IHK für Rheinhessen und Honorarkonsul der Republik Kroatien, Dr. Harald Augter, wies auf die umfangreichen Vorbereitungen hin, die das Land derzeit leistet: "Im Hinblick auf seinen 2013 bevorstehenden Beitritt zur Europäischen Union investiert Kroatien intensiv in Infrastruktur, Energieversorgung und Wassermanagement. Alleine in diesen Bereichen stehen 14 Milliarden Euro in der Vergabe-Pipeline, an denen auch rheinland-pfälzische Mittelständler teilhaben können." Der IHK-Präsident sagte, die schnelle Erholung der kroatischen Wirtschaft von der globalen Krise unterstreiche das Wachstumspotenzial des Landes. Bezeichnend dafür sei die Entwicklung des Außenhandels mit Rheinland-Pfalz: "Im ersten Halbjahr 2011 verbesserte sich die Statistik mit Werten, die Mut machen: Um fast 15 Prozent stieg die Ausfuhr aus Rheinland-Pfalz, die Einfuhr von Gütern aus Kroatien hat mit einem imposanten Plus von 57,5 Prozent einen Riesensprung gemacht."
Nach Angaben von Mario Šušak, Vorstandsvorsitzender der Kroatischen Wirtschaftsvereinigung, verfügt Kroatien über drei strategische Vorteile: "Seine Naturressourcen, seine geopolitische Brückenfunktion zu den südosteuropäischen Ländern und seine potente Diaspora aus qualifizierten, im Ausland lebenden Kroaten bilden die künftigen Grundpfeiler der kroatischen Wirtschaft." Gerade die Naturressourcen konnten bislang nur unzureichend genutzt werden. Šušak blickte voraus: "Bis zum Jahr 2020 wird Kroatien diese Vorteile veredeln müssen."
Savin Vaić, Repräsentant einer Rechtsanwaltsgesellschaft im kroatischen Rijeka-Krk, erinnerte daran, dass die EU bereits 2009 die "EU-Richtlinien für Erneuerbare Energien 2009/28" festgelegt hat. Die darin gesetzten Zielen - allgemein "20-20-20 bis 2020" genannt - sehen vor, den Anteil der erneuerbaren Energiequellen auf 20 Prozent des gesamten Energieverbrauchs zu erhöhen, den gesamten Energieverbrauch durch Einsparmaßnahmen um 20 Prozent zu reduzieren sowie die CO²-Emissionen um 20 Prozent zu senken. Diese Richtlinien werden auch für Kroatien nach ihrem Eintritt in die EU verbindlich sein. Derzeit nutzt Kroatien nur 1 MW bei Solaranlagen, 75 MW bei Biomassekraftwerken, 75 MW bei Windkraftanlagen und 2.063,3 MW bei Wasserkraftwerken. Savin Vaić sagte: "Erneuerbare Energien betragen in Kroatien zur Zeit nur rund zwei Prozent des Energieverbrauchs - es gilt, bis 2020 noch etwa 18 Prozent zu entwickeln. Das macht das Geschäft mit den regenerativen Energien für Investoren aus der EU sehr interessant."
Dominic Hereth von der Finance in Motion GmbH, ein auf Entwicklungsfinanzierung spezialisiertes Frankfurter Fondsmanagement-Unternehmen, warb bei den mittelständischen Unternehmensvertretern in der IHK: "Kroatien bietet mit seinen klimatischen Ressourcen und den aktuell geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen einen guten Einstieg in die Erneuerbare Energien in Südosteuropa." So ermöglicht der Green for Growth Fund,Southeast Europe die Finanzierung kleinerer Projekte. Zudem erhöht ein inflationsindexierter, attraktiver Einspeisetarif, kombiniert mit dem wahrscheinlichen EU-Beitritts Kroatiens in 2013, die Attraktivität für internationale Investoren im Bereich der regenerativen Energien. Dominic Hereth sagte: "Kroatien ist in Südosteuropa der am weitesten entwickelte EU-Beitrittskandidat in Bezug auf seine Einspeisetarife und Genehmigungsverfahren für Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien."
Quelle: Pressemeldung Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen
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