Windkraft trifft in Siegbach auf große Akzeptanz

06.08.2010 | Wiesbaden
Der Wiesbadener Projektentwickler ABO Wind plant im Schelder Wald zwischen Dillenburg und Siegbach südlich der im Jahr 2001 errichteten Turbinen drei weitere Windenergieanlagen. Ein Genehmigungsantrag für das Vorhaben wurde bereits beim Regierungspräsidium Gießen eingereicht. Die neuen Anlagen sollen ab Ende 2011 klimafreundlich Strom produzieren.

Hessens Umweltministerin Silke Lautenschläger besuchte am Freitag, 6. August, den bestehenden Windpark in Siegbach und die neu geplanten Standorte. Sie sprach von vorbildlichen Planungen. ABO Wind sei es in Kooperation mit den politisch Verantwortlichen vor Ort gelungen, die Belastungen für die Menschen der Region durch die Windkraft zu minimieren und damit ein hohes Maß an Akzeptanz zu schaffen. Der Waldstandort belaste keine Anwohner mit Lärm und sei daher besonders gut für Windkraftnutzung geeignet, urteilte die Umweltministerin. Auch beim weiteren Ausbau der Windenergie in Hessen komme es darauf an, die Menschen zu überzeugen. Dazu trage auch bei, Möglichkeiten der finanziellen Beteiligung anzubieten.

Zwei der neu geplanten Windenergieanlagen befinden sich auf Flächen im Eigentum des Landes Hessen, der dritte Standort liegt auf gemeindeeigenem Gebiet. Die für die Windkraftnutzung vereinbarten Pachteinnahmen fließen daher vollständig in öffentliche Kassen.

Anlässlich des Besuchs der Ministerin bedankte sich Urta Steinhäuser, die in der Geschäftsleitung von ABO Wind für Windkraftplanung zuständig ist, für die sehr gute Kooperation mit der Gemeinde Siegbach. Während die Projektentwicklung in Regionen, die noch keine eigenen Erfahrungen mit Windkraft gesammelt haben, immer wieder auf erhebliche Widerstände und Vorurteile stößt, ist die Gemeinde Siegbach selbst aktiv geworden, um eine Ausweitung der klimafreundlichen Stromproduktion vor Ort zu ermöglichen. Der Regionalplan 2009 weist die Erweiterungsstandorte als Vorranggebiet für Windenergienutzung aus. Auch der einstimmige Parlamentsbeschluss der Gemeinde aus dem Jahr 2009 zeigt, wie groß die Akzeptanz ist, auf die die Windkraft als effektivste und wirtschaftlichste unter den erneuerbaren Energien in Siegbach trifft. "Mit solchen Partnern zu arbeiten, ist besonders angenehm", berichtet Steinhäuser.

Wie Teamleiter Oliver Bieber, der die Erweiterung des bestehenden Windparks plant, berichtet, wird in Siegbach künftig annähernd dreimal so viel Windstrom produziert wie bislang. Die drei Bestandsanlagen, die von ABO Wind geplant und errichtet worden sind, befinden sich seit 2001 im Eigentum eines geschlossenen Fonds, der von der DIL Deutsche Immobilien Leasing GmbH aufgelegt wurde. Die DIL ist als 100 % Tochter der Deutschen Bank unter anderem darauf spezialisiert, die Verwaltung von Windkraftprojekten zu übernehmen. Der kaufmännische Leiter des Bereichs Erneuerbare Energien der DIL, Dirk Baumgart, lobte die gute Zusammenarbeit mit ABO Wind bei verschiedenen Projekten und sieht auch bei der Windparkerweiterung gute Möglichkeiten einer weiteren Kooperation. Die drei bestehenden Windkraftanlagen der DIL erzeugen jährlich im Schnitt 7,8 Millionen Kilowattstunden.

Die drei zusätzlich geplanten Anlagen werden weitere rund 15 Millionen Kilowattstunden jährlich erbringen. Die dann insgesamt knapp 23 Millionen Kilowattstunden Windstrom aus Siegbach entsprechen dem Verbrauch von mehr als 12.000 Bürgern - das ist gut viermal so viel wie Siegbach Einwohner hat. Der Beitrag Siegbachs zum Klimaschutz kann sich sehen lassen: Der erweiterte Windpark wird den Ausstoß von jährlich mehr als 19.000 Tonnen Kohlendioxid vermeiden, den die herkömmliche Produktion dieser Strommenge verursacht.

Der für die Erweiterung des Windparks ausgewählte Anlagentyp ist deutlich leistungsfähiger als die vor neun Jahren installierten Anlagen des Bestandsparks. Der annähernd doppelt so hohe Ertrag zeigt die enorme Weiterentwicklung der Windkrafttechnik in den vergangenen Jahren. Die neuen Anlagen sind mit einer Gesamthöhe (Turm und Rotor) von 190 Metern auch deutlich höher als die bestehenden (123,5 Meter). Dank des technischen Fortschritts ist es nun an sehr viel mehr Waldstandorten möglich, Windkraftanlagen effizient und wirtschaftlich zu betreiben. "Weil wir die Windenergie nun weit oberhalb der Wipfel ernten können, fallen die durch die Bäume verursachten Turbulenzen weniger ins Gewicht", erläutert Steinhäuser. Die Planungs-Chefin der ABO Wind sieht ebenso wie Umweltministerin Silke Lautenschläger gerade in Hessen noch Potenzial, um in Wäldern weitere Windkraftanlagen zu errichten. So könne es gelingen, auch im Umfeld von Ballungsräumen ohne übermäßige Konflikte mit Anwohnern, Strom aus erneuerbarer Energie zu erzeugen. Allerdings erfordere jeder Eingriff in das Ökosystem Wald besondere planerische Sensibilität, um die Auswirkungen für die Natur so gering wie möglich zu halten. ABO Wind sammelt, wie das Beispiel Schelder Wald zeigt, bereits seit vielen Jahren Erfahrungen auf diesem Gebiet und verfügt gerade bei der Windkraftplanung in Wäldern über besondere Expertise.

Quelle: Pressemeldung ABO Wind AG

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