Frost & Sullivan: Studie „The Global Wind Power Market, Forecast to 2025“ prognostiziert Wachstum

Die Studie von Frost & Sullivan bestätigt: Der globale Windenergiemarkt entwickelt sich weiterhin positiv, sodass Windenergie zu einer ernsthaften Konkurrenz für die herkömmlichen Brennstoffe wird.

Steigende Investitionen in Technologien der Windenergie

Weltweit bemühen sich die Länder, die drohende Gefahr der Klimaveränderung durch einen vermehrten Einsatz regenerativer Energien zu bekämpfen. 2015 unterzeichneten 197 Länder in Paris ein gemeinsames Klimaschutzabkommen. Ziel ist das Erreichen einer klimaneutralen Wirtschaft in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts. In diesem Zusammenhang wird Windkraft immer mehr zur wichtigen Energiequelle in den Industrieländern. Dazu trägt die technologische Verbesserung der Windkraftanlagen bei, die mit weniger Lärmbelästigung den dreifachen Ertrag im Vergleich zu den Turbinen der ersten Generation ermöglichen.

Windenergie bildet einen entscheidenden Baustein bei der Verfolgung der Klimaziele. Das zeigt sich auch in den Ergebnissen der Studie „The Global Wind Power Market“, die einen Forecast bis zum Jahr 2025 aufzeigt. Laut Prognose werden bis 2025 jährlich weltweit 100 Milliarden Dollar in neue Windkraftanlagen investiert. Die Länder, welche die größten Anstrengungen hinsichtlich der vermehrten Nutzung sauberer Windenergie unternehmen, sind:

  • Deutschland
  • USA
  • China
  • Indien

Aber auch andere Länder erkennen zunehmend die Möglichkeiten, die Windenergie bietet, um die Stromversorgung ohne schädliche Emissionen sicherzustellen. Der Markt für Windenergie wächst überdurchschnittlich schnell in:

  • Brasilien
  • Frankreich
  • Spanien
  • Großbritannien

Darüber hinaus verzeichnen die osteuropäischen Ländern, allen voran Polen und Rumänien ein schubartiges Wachstum in diesem Bereich der Energiewirtschaft.

Prognosen für die weitere Entwicklung des Windenergiemarkts

Innerhalb von nur fünf Jahren wurden 50 Prozent des bisherigen Bestands an Windkraftanlagen und Windparks aufgebaut. Am Ende des Jahrs 2016 verfügten mehr als 80 Länder über Anlagen, mit denen die Ressource Windenergie genutzt werden kann und die Tendenz ist weiterhin steigend.

Das Beratungsunternehmen Frost & Sullivan hat die Entwicklung global und länderspezifisch analysiert und kommt zum Ergebnis, dass perspektivisch ungefähr 45 Prozent aller Investitionen in diesem Bereich auf Länder in Nordamerika und Europa entfallen werden, wohingegen in Asien knapp 40 Prozent der gesamten Investitionen erfolgen.

Was sind die Gründe für das Wachstum im Bereich der Windenergie?

In Zeiten zunehmenden Umweltbewusstseins wird Windenergie zu einer wichtigen Säule der Energiewende. Wind ist unbegrenzt vorhanden und kann über modernste Turbinen sehr effektiv in elektrischen Strom umgewandelt werden. In Deutschland leistet Windenergie seit Jahren einen steigenden Beitrag zur Versorgung der Wirtschaft und der privaten Haushalte mit Strom. Aber nicht nur in Deutschland, sondern weltweit wird davon ausgegangen, dass die Windenergie zumindest kurz- bis mittelfristig die größten Potentiale unter den regenerativen Energiequellen besitzt.

Markttreibende Faktoren für den globalen Windmarkt

Die digitale Transformation und die Möglichkeiten, die das Internet of Things (IoT) bietet, erweisen sich als markttreibende Faktoren für den Windmarkt. Mit innovativen Datenanalyse-Anwendungen im Rahmen von Data Analytics und präzisen Prognosemodellen wird es möglich, die Herausforderungen, die sich auf dem Weg zur weiteren Verbreitung der Windenergie ergeben, zu bewältigen. Es wird zunehmend leichter, Windenergie so zu nutzen, dass dies den Anforderungen der Industrie entspricht. Dadurch werden wiederum neue Umsatzmöglichkeiten geschaffen und der Effekt verstärkt sich.

Eine IoT-Vernetzung erlaubt die Überwachung der Leistung von Windkraftanlagen und den mit ihnen verbundenen Geräten, die sich an weit entfernten Orten befinden. Dafür war vor der Digitalisierung der Technologien eine umständliche und kostenintensive manuelle Intervention erforderlich. Automatisierte Abläufe erleichtern die Nutzung der Windenergie. Moderne Verfahren der Datenanalyse und Cloud-Anwendungen erweisen sich als weitere Faktoren, die eine stärkere Nutzung der Windenergie fördern.

Welche neuen Technologien sind zu erwarten?

Auch wenn modernste Turbinen bereits jetzt einen dreifachen Wirkungsgrad erreichen und dabei wesentlich weniger Lärmimmissionen verursachen, schreitet der technologische Fortschritt immer weiter voran. Die Entwicklung sprechender Turbinen, welche eigenständig Reparaturbedarfe mitteilen, ist ein spannender Bereich, an dem mit Hochdruck gearbeitet wird. Außerdem werden neue Möglichkeiten konzipiert, um die Wartung der Hochleistungsanlagen vereinfachen und dazu führen, dass Windkraftanlagen immer wirtschaftlicher arbeiten können. In diesem Bereich sind vor allem Drohnen und Roboter zu nennen, die Wartungs- und Reparaturarbeiten an den Rotorblättern und Turbinen übernehmen und dabei kostengünstiger und schneller vorgehen, als dies manuell möglich wäre.

Welche Hindernisse stellen sich dem Ausbau des Windmarkts entgegen?

Es müssen trotz aller positiven Entwicklungen noch große Herausforderungen bewältigt werden, damit das volle Potential der sauberen Windenergie weltweit genutzt werden kann. In technologischer Hinsicht ist die Integration der Windkraftanlagen immer noch schwierig. In diesem Bereich wird vor allem die Entwicklung verbesserter Speichermöglichkeiten dazu führen, die mit Windkraft erzeugte Energie den Nutzern genau dann zur Verfügung zu stellen, wenn der Bedarf besteht. Auch der Ausbau von Leitungssystemen, mit denen der Strom über weite Strecken von den Windparks zum Verbraucher transportiert wird, bedarf noch erhöhter Anstrengungen.

Nicht zu vernachlässigen sind politische Probleme, die dazu führen, dass die Unternehmen teilweise nicht die stabilen Rahmenbedingungen vorfinden, die sie für eine weitere Expansion benötigen. Hier sind die Kürzung oder Rücknahme von Subventionen und politische Instabilitäten in einigen Ländern zu nennen.


Bildnachweis: © shutterstock – vitormarigo

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Leave A Reply