Heizöl-Preise steigen? Sprunghafte Wechsel erwartet

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Seit November 2020 sind die Preise für Heizöl um bis zu 57,2 Prozent gestiegen und das mitunter sehr sprunghaft. Für die ständigen Wechsel konnten bislang verschiedene Ursachen ausgemacht werden.

Heizöl-Preise steigen: Was sind die Gründe?

Die Gründe dafür, dass die Heizöl-Preise steigen, sind vielfältig. Ein Anstieg ist mit der in 2020 gesenkten Mehrwertsteuer erklärbar, die sich bei ihrer Rücknahme verteuernd auswirkte. Die Verbraucher hatten sich an die niedrigeren Preise gewöhnt und mit der Anhebung der Steuer auf das ursprüngliche Niveau fand auch gleich eine weitere Verteuerung des Grundpreises statt.

Kontinuierlich werden Heizöl und Kraftstoffe teurer und dies teilweise in großen Sprüngen. Nicht immer sind die Ursachen dafür einfach zu erklären.

Ein Grund für den sprunghaften Anstieg der Preise besteht in der immer deutlicher werdenden Angebotsknappheit. Dieser wollten nun verschiedene Länder begegnen, indem sie die nationalen Ölreserven freigaben. Diese sind eigentlich für den Fall eines Kriegs oder für größere Katastrophen eingeplant.

Die Freigabe wird auch nicht von Dauer sein, sondern sie überbrückt nur die Zeit der größten Knappheit. Die Reserven müssen wieder zurückgezahlt werden, es handelt sich eher um Leihgaben. Kurz vor den USA ging auch China als eines von fünf weiteren Ländern diesen Schritt und gab die nationalen Ölreserven frei.

Auch der Bereich des American Petroleum Institute (API) sollte sich preissteigernd auswirken, zumindest in der Theorie der Ökonomen. Doch der Bericht wirkte sich bisher eher preissenkend aus.

Im Winter kommt es üblicherweise zu einem Abbau der Destillatsvorräte, der zuletzt weitaus geringer ausgefallen war als üblich. In diesem Jahr kam es dafür zu einem unerwartet starken Abbau der Benzinvorräte, die dem leichten Aufbau der Destillatsvorräte gegenüberstanden.

Erwartet wurde ein Verbrauch von rund 0,6 Millionen Barrel, tatsächlich verbraucht wurden 2,8 Millionen Barrel. Die Preissteigerungen waren zwischenzeitlich nur sprunghaft erkennbar, sie konnten durch die Freigaben der strategischen Reserven immer wieder in Schach gehalten werden. Steigende Preise werden weiterhin befürchtet, eine konkrete Voraussage zu deren Entwicklung ist aber noch nicht möglich.

Video: Steigende Spritpreise: Wer tanken will, muss ordentlich zahlen | hessenschau

Das beeinflusst die Ölpreise

Dass die Heizöl-Preise steigen, liegt an verschiedenen Gründen. Zum einen sind die Mengen der freigegebenen Reserven sehr gering, was die Marktteilnehmer bislang enttäuscht hat. Auch die hohen Gaspreise sorgen dafür, dass die Heizöl-Preise steigen. Gesenkt werden kann der Preis hingegen durch die weitere Freigabe der Ölreserven, wobei die entsprechende Verfahrensweise der Länder bisher nicht absehbar ist.

Die Barrels, die bisher freigegeben wurden, sind seitens der Länder nur befristet verliehen worden. An der Aktion sind bislang außer den USA noch fünf weitere Länder beteiligt, alle aber haben nur geringe Mengen angekündigt. Während die Marktteilnehmer mit großen Mengen gerechnet haben, gaben zum Beispiel Japan, China und Großbritannien sowie Südkorea nur Mengen zwischen 1,5 und fünf Millionen Barrel frei. Lediglich die USA zeigten sich etwas großzügiger und wollten bis zu 50 Millionen freigeben.

Aktuell sind sich die Experten einig: Sie gehen davon aus, dass weder die Heizöl-Preise steigen noch die Kraftstoffpreise, denn eine künstliche Senkung wird in den kommenden Monaten deutlich werden. Ist ein Anstieg erkennbar, wird dieser aber weiterhin unkalkulierbar und sehr sprunghaft ausfallen.

Über den Autor

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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